Für Gemeinden & Medien

Wohnraum schützen, Tourismus erhalten und Regeln so gestalten, dass sie vor Ort wirklich funktionieren: Dafür bringen wir Fakten, Praxiserfahrung und Gesprächsbereitschaft in die Debatte ein.

Unsere Haltung

Eine gute Regel muss mehr leisten als ein starkes Signal.

Die Wohnraumfrage im Bödeli ist real. Wer hier lebt, arbeitet oder eine Familie gründet, soll bezahlbaren Wohnraum finden können. Gleichzeitig sind Ferienwohnungen Teil der lokalen Tourismusstruktur: Sie bringen Gäste in Restaurants, Läden, Bergbahnen und Freizeitangebote und sie sichern Einkommen für viele private Eigentümer:innen.

Deshalb geht es aus unserer Sicht nicht um ein Entweder-oder. Entscheidend ist, ob eine Regel Wohnraum tatsächlich schützt, rechtlich tragfähig ist, kontrolliert werden kann und die regionalen Unterschiede respektiert. Genau dort möchten wir konstruktiv mitarbeiten.

Factsheet

Fünf Punkte für eine nüchterne Debatte

Die Abstimmungen und Beispiele der letzten Monate zeigen vor allem eines: Die Frage ist nicht, ob Gemeinden handeln dürfen. Die Frage ist, welches Instrument vor Ort am meisten Wirkung entfaltet.

Die Ausgangslage ist nicht überall gleich.

Die fünf Bödeli-Gemeinden Interlaken, Unterseen, Matten, Wilderswil und Bönigen diskutieren fünf unterschiedliche Lösungswege. Das spricht gegen eine pauschale "Verbotswelle" und für Modelle, die Gemeindegrösse, Wohnungsstruktur, Tourismusintensität und Vollzugsmöglichkeiten ernst nehmen.

Wilderswil zeigt einen pragmatischen Weg.

Das Wilderswil-Modell kombiniert einen 70% Erstwohnungsanteil mit einer 5-Nächte-Mindestdauer. Es wurde mit 83,5% angenommen; die SP zog ihre eigene Initiative danach zurück. Das ist ein starkes Zeichen für eine breit akzeptierte, verhältnismässige Lösung.

Verbote sind kein Garant gegen Wohnungsnot.

Internationale Beispiele mahnen zur Vorsicht. New Yorks weitgehendes Airbnb-Verbot hat weder die Mieten gesenkt noch den Leerstand erhöht. Wer Wohnraum schützen will, braucht mehr als eine einfache Obergrenze auf dem Papier.

Der Vollzug entscheidet über die Wirkung.

Selbst eine klare Regel nützt wenig, wenn sie nicht umgesetzt werden kann. In der Stadt Bern ist die mit 81% angenommene Regel bis heute nicht in Kraft; in Genf verstösst laut einer Analyse fast die Hälfte der Anbietenden gegen die geltende 90-Tage-Regel.

Einheitliche Grundlagen helfen allen.

SECO und SEM bereiten eine landesweit einheitliche Melderegelung vor (Stand Januar 2025). Wir unterstützen diese Entwicklung, weil bessere Daten und einheitliche Verfahren Gemeinden mehr bringen als ein Flickenteppich kaum vergleichbarer Einzelregeln.

Alle Zahlen und Quellen im Detail: Quellenverzeichnis und Unser Vorschlag.

Gesprächsangebot

Wir möchten nicht blockieren, sondern mitgestalten.

Gemeinden stehen unter Druck, rasch sichtbare Antworten zu geben. Wir bringen die Perspektive der Vermietungspraxis ein: Welche Regeln sind kontrollierbar? Wo entstehen unbeabsichtigte Nebenwirkungen? Und wie lässt sich Wohnraum schützen, ohne funktionierende touristische Strukturen unnötig zu schwächen?

Gerne arbeiten wir in Workshops, Anhörungen oder Hintergrundgesprächen mit und helfen, ein Modell auszuarbeiten, das zur jeweiligen Gemeinde passt.

Ihre Ansprechperson für Medien:
Franz Hefti · Medien & Kommunikation

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